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Windpark stellt Regelenergie bereit

Ein Forschungsprojekt zeigt: Windparks können einen entscheidenden Beitrag zur Bereitstellung von Regelenergie leisten. (Bild: © Erich Westendarp/ pixelio.de)
Ein Forschungsprojekt zeigt: Windparks können einen entscheidenden Beitrag zur Bereitstellung von Regelenergie leisten. (Bild: © Erich Westendarp/ pixelio.de)

Windparks speisen „unkontrolliert“ Strom ins Netz ein, so die Kritik. Dabei geht es ganz anders. Ein Forschungsprojekt zeigt: Die Parks können einen entscheidenden Beitrag zur Bereitstellung von Regelenergie leisten. Die Technik dazu existiert bereits.

23.10.2015 – Windparks können keine Regelenergie bereitstellen? Doch, mit der passenden Technik und durchdachtem Steuermanagement ist dies sehr wohl möglich. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse eines Pilotprojekts, das der niedersächsische Windenergieanlagenhersteller Enercon gemeinsam mit Partnern durchgeführt hat. Die Beteiligten führten das Forschungsvorhaben namens „R2 Wind“ mithilfe des Windparks Estinnes durch, in dem insgesamt elf Enercon-Windkraftanlagen mit einer Leistung von sechs und siebeneinhalb Megawatt installiert sind. 2011 im südwestlichen Belgien fertiggestellt, kann der Park rechnerisch rund 50.000 Haushalte mit Windstrom versorgen.

Während der zweimonatigen Projektphase war erfolgreich demonstriert worden, dass Windräder technisch in der Lage sind, bei Frequenzschwankungen dem Stromnetz fortschrittliche Ausgleichsleistungen zur Verfügung zu stellen. Der Windpark Estinnes war Bestandteil der Sekundärreserve des ebenfalls am Projekt beteiligten Netzbetreibers Elia. Die Einstufung als Sekundärreserve bedeutet, dass die Anlagen innerhalb von spätestens 15 Minuten reagieren müssen. Schnell zeigte sich, dass Estinnes in der Lage ist, dem Netz je nach Bedarf bis zu zehn Megawatt an negativer Regelleistung bereitzustellen. Dafür reagierten die Windenergieanlagen in Echtzeit auf einen von Elia gesendeten Sollwert und veränderten kontinuierlich die aktive Leistungsabgabe. Dies war durch Verstellen der Rotorblätter möglich. Die Reaktion auf das Signal des Netzbetreibers erfolgte schnell und mit hoher Präzision, so das Ergebnis der Forschungen.

Neben Enercon und dem Netzbetreiber waren an dem Pilotprojekt der Windparkbetreiber WindVision und der Energiehändler Eneco Energy Trade beteiligt. Die Projektpartner beschäftigten sich zudem damit, konkrete noch offene technische und marktbezogene Fragen zu ermitteln. Sie sollen geklärt werden, um in Zukunft die kommerzielle Teilnahme von Windparks am Regelenergiemarkt zu ermöglichen. Stephan Moelans, Chef des Windparkbetreibers WindVision, glaubt, dass die Teilnahme der Windenergie am Regelenergiemarkt die Position des Stroms aus Windparks im Erzeugungsmix deutlich verbessern kann. Dies werde wiederum weitere Innovationen stimulieren, so Moelans. rr


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Kommentare

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Helmut Heinemann 26.10.2015, 11:20:04

+118 Gut Antworten

Das größte Problem bei der Umsetzung der notwendigen Energiewende sind die ideologisch motivierten Befürworter!

Sie haben ein Problem mit physikalischen Grundbedingungen und der Dreisatzrechnung.

 

25000 MW Offshore Windkraft sind max. 25000 x 0,6 = 15000 MW (Dauerleistung, Mittelwert 365 d) plus Speicher oder Back-up KW, wenn Versorgungssicherheit mit konventionellen Kraftwerken verglichen werden soll.

Bei Onshore Wind werden im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken ca. 3 x mehr installierte Leistung benötigt.

 

Die immer wieder angeführte Power to Gas Technologie zur Lösung des Speicherproblems benötigt mit Rückverstromung allein für Bereitstellung der erforderlichen elektrischen Energie 7-9 x Installierte Kapazität von Onshore Windenergieanlagen

 

Viel Spaß beim Weiterrechnen zur Ermittlung der benötigten Flächen und Rohstoffe wie z.B. Seltene Erden aus ausländischen Quellen

 

Bis wir dann mit der Ermittlung der Kosten und der Abschätzung der Wettbewerbsfähigkeit eines Industrielandes befassen, gönnen wir uns eine Pause.


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