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China überrascht erneut mit positiven Klimazahlen

Ein Windpark auf einer Bergkuppe in der chinesischen Kohleprovinz Shanxi. (Foto: © <a href="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/23/046Panorama003.jpg">Hahaheditor12667 / Wikimedia Commons</a>, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by
Ein Windpark auf einer Bergkuppe in der chinesischen Kohleprovinz Shanxi. (Foto: © Hahaheditor12667 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Der Kohleverbrauch ist um fast fünf Prozent gesunken, die Treibhausgasemissionen werden 2017 vermutlich erneut leicht sinken: Chinas massives Umschwenken auf klimafreundliche Energieerzeugung zahlt sich deutlich früher aus als erwartet.

03.03.2017 – Mit dem Pariser Klimaabkommen hat sich China verpflichtet, spätestens 2030 den Höhepunkt seiner CO2-Emissionen zu erreichen, nun zeigt sich: Der Gipfel ist offenbar schon erklommen, denn zum vierten Mal in Folge erwartet die Volksrepublik stabile oder sinkende Treibhausgasemissionen. Greenpeace geht sogar von einer Abnahme von einem Prozent für 2017 aus. Und auch der Kohleverbrauch entwickelt sich anders als ursprünglich geschätzt. Die Internationale Energieagentur (IEA) war noch 2014 davon ausgegangen, dass Chinas Kohlehunger bis 2030 unablässig steigen werde. Die offiziellen Zahlen zeigen nun: Das dritte Jahr in Folge ist der Kohleverbrauch gesunken. Greenpeace spricht von einem Rückgang um 1,3 Prozent, offizielle Stellen gehen sogar von 4,7 Prozent aus.

Die Zahlen machen der Welt Hoffnungen, den Klimawandel tatsächlich entschlossen eindämmen zu können. Denn China kommt dabei die wichtigste Rolle zu: Mit einem Anteil von 27 Prozent an den globalen Treibhausgasemissionen, stößt das Riesenreich mit seiner in den letzten Jahrzehnten rasant wachsenden Wirtschaft mehr schädliche Klimagase aus als die USA (14 Prozent) und die EU (10 Prozent) zusammen.

Starker Ausbau Erneuerbarer Energien

Die chinesische Führung will den Kampf gegen den Klimawandel und die massive Luftverschmutzung in den Megastädten entschlossen weiterführen und erhebt auch einen internationalen Führungsanspruch. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos präsentierte sich Staatspräsident Xi Jinping Mitte Januar als Gegenspieler zum neuen US-Präsidenten Donald Trump – nicht nur in Handels- sondern auch in Klimafragen. Eine Abkehr vom internationalen Klimaschutz gefährde zukünftige Generationen, sagte Xi. Energieexperten erwarten, dass China die Führungsrolle übernehmen wird, falls die USA unter Trump ausfallen sollten.

Die erfreuliche Entwicklung in China wird insbesondere durch die langsamer wachsende Wirtschaft und die von der Regierung stark gesteuerten Energiewende angetrieben. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien hat die Volksrepublik längst die Führung übernommen und stellt den Rest der Welt in den Schatten. Denn es gibt noch viel zu tun: Der Kohleanteil am gesamten Energieverbrauch beträgt noch immer 62 Prozent, ist aber binnen eines Jahres um zwei Prozentpunkte gesunken. Fast im gleichen Umfang nahm der Anteil der Erneuerbaren Energien auf 19,7 Prozent zu.

Das macht sich bemerkbar: Die Kohlekraftwerke des Landes sind weniger stark ausgelastet, über 100 neue Kohlekraftwerke – darunter bereits im Bau befindliche Meiler – wurden von Peking gestoppt. 2016 gingen neue Photovoltaik-Kapazitäten von fast 35 Gigawatt (GW) ans Netz, in Deutschland waren es gerade einmal gut 1,5 GW. cw


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