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Neuseeland mobilisiert Streitkräfte

Klimawandel wird Staatsfeind Nr. 1

Zyklon Pam traf im März 2015 die Pazifikinsel Vanuatu.
Zyklon Pam traf im März 2015 die Pazifikinsel Vanuatu. Mit dem Klimawandel verstärken sich solche Wetterextreme, vor allem die kleinen Inseln sind bedroht. (Foto: National Oceanic and Atmospheric Administration Satellite Services Division / Public domain / Wikimedia Commons)

Neuseeland will seine militärischen Streitkräfte zum Kampf gegen die Folgen des Klimawandels mobilisieren. Davon profitieren sollen auch die benachbarten Inselstaaten, denen die Klimaveränderung in der Pazifikregion bereits stark zusetzt.

14.12.2018 – Das neuseeländische Militär hat den Klimawandel zu einem seiner wichtigsten Gegner erklärt. In einem Bericht des Verteidigungsministeriums werden die möglichen zukünftigen Aufgaben der neuseeländischen Streitkräfte  New Zealand Defence Force (NZDF) aufgelistet. Mit Wetterextremen, Stürmen, Überschwemmungen und dem Anstieg des Meeresspiegels ist die Pazifikregion bereits schwer von den Folgen des Klimawandels betroffen, vor allem die kleinen Inselstaaten. Bei den daraus entstehenden prognostizierten humanitären Katastrophen soll Neuseelands Militär Hilfe leisten. Das könnte die Ressourcen der Armee stark belasten und die Einsatzbereitschaft bei anderen Anforderungen einschränken, so die Befürchtung, gerade deshalb müsse vorausschauend geplant werden. Neuseeland hatte Inselstaaten wie Vanuatu und Fidschi nach verheerenden Stürmen bereits geholfen.

Die Prognose für die kleinen Inselstaaten ist alarmierend. Überschwemmungen und Wasserknappheit, Streit um Land und Migrationsbewegungen werden sich voraussichtlich verschärfen, wenn sich die Fahrtrichtung der Klimaschutzbemühungen nicht massiv ändert. Die verschlechterten Bedingungen könnten in Gegenden mit schwachen Regierungen und Korruption dann zusätzlich zu gewaltsamen Konflikten führen.

Neuseelands politische Bedeutung stärken

Die Einsatzbereitschaft Neuseelands resultiert wohl auch aus politischen Erwägungen heraus. Mit dem Einsatz in der Region könnte Neuseelands eine führende Rolle beim Katastrophenschutz und humanitärer Hilfe in der Region einnehmen und damit der Einfluss anderer Staaten in der Region reduziert werden – wohl auch mit Blick auf das mächtige China, das seinen Einfluss in der Pazifikregion immer mehr ausweiten will. Ziel sei es u.a., hinsichtlich klimapolitischer Ziele und Maßnahmen strategisch wichtige Partnerschaften zu forcieren und einen gegenseitigen Austausch zu fördern.

Ambitionierte Ziele: Klimaneutral bis 2050

Die Premierministerin Neuseelands Jacinda Ardern versucht indes die Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in ihrem Land vehement voranzutreiben. Bis 2050 soll das Land CO2-neutral sein und bereits 2035 seinen gesamten Strombedarf aus Erneuerbaren Energien decken, kündigte sie im April dieses Jahres an, und hob damit die bislang wenig ambitionierten Klimaziele Neuseelands kräftig an. Die Öl- und Gasförderung solle immer weiter reduziert werden. Um die Ziele zu erreichen, will die Regierungschefin einen CO2-Preis einführen, zudem soll der landesweite Emissionshandel auf die Landwirtschaft ausgeweitet werden: Denn rund die Hälfte der neuseeländischen Emissionen stammt aus der Landwirtschaft, jeweils rund 20 Prozent aus Energieerzeugung und Verkehr. na


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