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E-Mobilität erfordert Ausbau Erneuerbarer Energien

Elektromobilität macht nur Sinn, wenn auch echter Ökostrom gezapft wird. (Foto: © NATURSTROM AG)
Elektromobilität macht nur Sinn, wenn auch echter Ökostrom gezapft wird. (Foto: © NATURSTROM AG)

Der Verkehr kann bis 2050 zu einem wichtigen Faktor bei der Stromnachfrage in Deutschland werden. Das macht aber nur Sinn, wenn auch Ökostrom getankt wird. Der Ausbau der E-Mobilität muss daher mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien konform gehen.

25.09.2014 – Die Erneuerbaren Energien müssten dann stärker ausgebaut werden als in bislang gängigen Klimaschutz-Szenarien angenommen. Zwar können Elektrofahrzeuge Stromüberschüsse aus Erneuerbaren Energien teilweise aufnehmen. Für eine vollständige Bedarfsdeckung seien diese Überschüsse jedoch bei Weitem nicht ausreichend, berichtet das Öko-Institut in seiner aktuellen Studie eMobil 2050. In zwei Szenarien ermittelten die Forscher den Strombedarf des Verkehrs (ohne Luft- und Seeverkehr) für Deutschland im Jahr 2050 und beschreiben die möglichen Auswirkungen auf den Energiesektor und die Treibhausgasemissionen.

Dabei müsste nicht nur der private Straßenverkehr, sondern auch der öffentliche und Güterverkehr zunehmend elektrisch betrieben werden. Während bis zum Jahr 2030 nur etwa sechs Prozent der gesamten Stromnachfrage durch den Verkehr entsteht, steigt dieser Anteil bis zum Jahr 2050 auf 15 bis 25 Prozent. Somit würde allein der Strombedarf des Verkehrs von 17 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2010 auf bis zu 150 TWh im Jahr 2050 anwachsen, so das Ergebnis der Studie. Kämen beim Betrieb der Elektrofahrzeuge Erneuerbare Energien zum Einsatz, könnten die Emissionen des Verkehrs bis 2050 gegenüber dem Basisjahr 1990 um rund 140 Millionen Tonnen, also fast 90 Prozent sinken, berichtet das Öko-Institut. Andernfalls entstünden zusätzliche Emissionen bei der Stromerzeugung, und die Treibhausgasminderung im Verkehr würde deutlich geringer ausfallen.

Doch wie realistisch ist dieses Ziel und wie könnte es erreicht werden? Nur eine Verlagerung auf weniger energieintensive Verkehrsmittel, auf verstärkt regionale Wirtschaftsstrukturen und damit kürzere Wegen könnte bis 2050 den für den Verkehrssektor benötigten Strombedarf von 150 TWh auf 75 TWh senken und damit die vollständige Bedarfsdeckung durch Erneuerbare Energien erleichtern, hat das Öko-Institut in der Studie errechnet. Das setze allerdings deutliche Anpassungen der wirtschaftlichen, politischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen voraus.

Parallel zur Studie hat gestern das Kabinett den von Bundesminister Alexander Dobrindt und von Bundesministerin Barbara Hendricks eingebrachten Entwurf eines Elektromobilitätsgesetzes beschlossen. Dabei geht es eher um „Äußerlichkeiten“. Unter den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen reine Batterie-Elektrofahrzeuge, aber auch „besonders umweltfreundliche“ von außen aufladbare Hybridfahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge. "Bei von außen aufladbaren Hybridfahrzeugen, sogenannten Plug-In Hybriden, ist dabei die Kohlendioxidemission bei höchstens 50 Gramm pro km einzuhalten oder eine rein elektrische Mindestreichweite von mehr als 30 km vorzuweisen (bzw. 40 km ab 2018)", so der Entwurf.

Im Inland zugelassene Fahrzeuge sollen eine Kennzeichnung auf dem Kfz-Kennzeichen erhalten. Im Ausland zugelassene Fahrzeuge sollen ebenfalls von den Privilegien profitieren dürfen. Da sie kein besonderes Kfz-Kennzeichen erhalten können, ist eine gesonderte Kennzeichnung über eine Plakette vorgesehen. So sei sichergestellt, dass Elektrofahrzeuge im Straßenverkehr für Ordnungskräfte und andere Verkehrsteilnehmer gut erkennbar sind. Die Kommunen erhalten mit dem Gesetz die Möglichkeit, Parkplätze an Ladesäulen für die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu reservieren, kostenlose Parkplätze anzubieten, Ausnahmen von Zu- und Durchfahrtbeschränkungen anzuordnen oder einzelne Busspuren für gekennzeichnete Fahrzeuge zu öffnen, wenn dies im Einzelfall sinnvoll wäre und dadurch der ÖPNV nicht behindert werde. Das Gesetz soll im Frühjahr 2015 in Kraft treten und ist allerdings zunächst bis zum 30.6.2030 befristet. na

Hier geht es zur Studie eMobil 2050


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Kommentare

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Erich Görgens 08.12.2014, 15:07:20

+152 Gut Antworten

E-Mobilität ist nur so vorteilhaft, wie der Strom den sie benutzt. Aber, selbst Ökostrom ist manchmal noch wesentlich schädlicher für ökologische und/oder ökonomische Systeme, wie etwa Strom aus Gas. Warum wird das verschwiegen? Das wäre noch OK, wenn es keine Alternative gäbe, die gibt es aber seit über 100 Jahren wird bis zu 100% schädliche kinetische Energie eingespart. Das könnte in allen Bereichen erreicht werden, wenn die Akteure mitmachen würden.

Hinzu kommt noch die Forderung nach einer sehr aufwendigen Versorgungs- und Speicher-/Infrastruktur. Eine echte Lösung bietet eigentlich nur das noch nicht verfügbare, energetisch völlig "autarke E-Auto."

Aber, auch das könnte bereits auf der Straße sein, wenn es gewollt wäre. Haben Sie noch Fragen? Ich beantworte Sie Ihnen.


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