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Klimacamp im Rheinland: Kohlegewerkschaft ruft zum Protest

Das Klimacamp im Rheinland findet dieses Jahr vom 19.-29. August statt. (Foto: 350.org/ Paul Wagner, CC BY 2.0, https://www.flickr.com/photos/350org/19949382394)
Das Klimacamp im Rheinland findet dieses Jahr vom 19.-29. August statt. (Foto: 350.org/ Paul Wagner, CC BY 2.0, https://www.flickr.com/photos/350org/19949382394)

Am vergangenen Wochenende ist das Klimacamp im Rheinland gestartet, tausende Klimaaktivisten protestieren in der Braunkohleregion gegen die massiven Umweltzerstörungen. Die Kohlegewerkschaft IG BCE ruft nun zum Protest gegen den Protest auf.

22.08.2016 – Seit Jahren findet das Klimacamp im Rheinland statt. Dort versammeln sich meist junge Menschen zum Austausch, Vernetzung, Bildung und Protest. Im vergangenen Jahr war die Aktion Ende Gelände aus Sicht der Klimaaktivisten sehr erfolgreich, bis zu 1.000 Menschen blockierten im vergangenen August den Braunkohletagebau Garzweiler und demonstrierten gegen den Kohleabbau. Diese Art der Protestform wird es erst 2017 wieder geben, 2016 geht es mit einer Degrowth-Sommerschule um Bildung und mit einem Aktionslabor um Protestformen.

„Wir wollen mit vielfältigen Aktionen die Kohleinfrastruktur im Rheinischen Braunkohlerevier stören“, heißt es bei den Machern des Klimacamps. Schließlich habe man bei der „sehr erfolgreichen Großaktion“ Ende Gelände viele gute Erfahrungen gesammelt. Genau das ist der Bergbau- und Kohlegewerkschaft IG BCE ein Dorn im Auge. Wie mehrere Zeitungen berichten, hätten „eine Reihe von Vertrauensleuten“ der Gewerkschaft „die Schnauze voll“ und eine gleichnamige Aktion gestartet. „Wir meinen: Wer heute aus der Braunkohle aussteigen will, der gefährdet nicht nur die Arbeitsplätze in der Braunkohle, sondern auch in der Industrie“, heißt es auf einer Internetseite der IG BCE.

„Das klingt ziemlich krawallig“

Die Beschäftigten des Kohlekonzerns RWE, gegen den sich das Klimacamp hauptsächlich richtet, werden zu Protestaktionen während des Camps aufgerufen. Es soll unter anderem eine Mahnwache mit mehreren Forderungen geben. So solle vom Klimacamp keine Gewalt ausgehen, fordert die Gewerkschaft. Damit ist die Besetzung von Tagebauen gemeint. Gleichzeitig hören sich die Pläne der IG BCE wohl selbst reichlich aggressiv an, berichten mehrere Medien. „Das klingt ziemlich krawallig“, sagte auch Dirk Jansen vom BUND dem Kölner Stadtanzeiger.

Andere Gewerkschaften wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die selbst am Klimacamp teilnimmt, ist wenig erfreut über die eindeutige Positionierung der IG BCE. „Dies ist der bisherige Höhepunkt von Aggression von Gewerkschaftsmitgliedern, die meinen, dass ihre Interessen vermeintlich die ihrer Arbeitgeber seien“, heißt es in einem Aufruf. Der ver.di Gewerkschaftsrat hatte sich im März für einen schnellstmöglichen Ausstieg aus der Braunkohleförderung ausgesprochen. Dabei dürften nicht Arbeitsplätze gegen Umwelt- und Klimaschutz ausgespielt werden, fordern führende Gewerkschafter. Es müsse ähnlich wie beim Ende der Steinkohleförderung ein Konzept für die Region erarbeitet werden.

Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, den Menschen in den Kohlerevieren eine Perspektive jenseits der Tagebaue zu eröffnen, heißt es zudem in einem Aufruf mehrere Gewerkschaftler. „Dies ist zuallererst Aufgabe der Gewerkschaften, der Betriebsräte, der Politik und nicht zuletzt der Unternehmen, die die Braunkohleförderung betreiben, also im Rheinland RWE. Wir sind der Auffassung, dass niemand der Beschäftigten, egal ob in der Förderung oder in den Kraftwerken erwerbslos werden darf.“ cw


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