Menü öffnen

Schwedische Grüne billigen Vattenfall-Verkauf

Der lange Atem der Kohlegegner in Deutschland hat Vattenfall das Geschäft doch etwas vermiest. (Foto: Nicole Allé)
Der lange Atem der Kohlegegner in Deutschland hat Vattenfall das Geschäft doch etwas vermiest. (Foto: Nicole Allé)

Die schwedische Grünen-Partei hat den Widerstand gegen den Verkauf von Vattenfalls deutscher Braunkohlesparte aufgegeben. Das Argument, den Steuerzahler damit entlasten zu wollen, hinkt – denn bei einem schnellen Verkauf könnte es Verluste geben.

02.04.2015 – Es gehörte sogar einst zu den Wahlversprechen der schwedischen Grünen-Partei „Miljöpartiet de Gröna“ das Braunkohle-Engagement des Staatskonzerns Vattenfall in Deutschland zu stoppen. Man war sich damals einig, dass ein Verkauf nicht die Lösung für die Umweltprobleme des Kohleabbaus in Deutschland sein könne, da die umweltschädigenden Arbeiten nach Verkauf wahrscheinlich auch unter einem anderen Konzern weitergehen würden.

Plötzlich ist alles anders: Ein Verkauf des Braunkohlegeschäfts von Vattenfall könnte man sich nun doch vorstellen, so Schwedens Grüne – vielleicht könne Vattenfall mit dem Verkauf ja sogar eine Umstellung auf eine klimafreundliche Wirtschaft fördern. Dass eher das Gegenteil der Fall sein werde denken die jungen Grünen in Schweden, der grüne Jugendverband „Grön Ungdom“. Dass ein neuer Eigentümer die Kohlepolitik ändere sei nicht wahrscheinlich. Greenpeace warnt indes vor einem enormen klimapolitischen Fehler, den die schwedische Regierung hier machen könnte.

Vattenfall hat seine Braunkohle-Sparte bereits in eine selbständige Einheit ausgelagert für die auch ein Käufer gesucht wird – formal ist der Deal also schon auf den Weg gebracht worden. Der geschätzte Übernahmepreis lag noch vor Monaten bei rund 4 Mrd. Euro, aktuell ist die Rede von 2 Mrd. Euro – das wäre ein echter Dumping-Preis und schlussendlich ein Verlust für den schwedischen Steuerzahler. Vattenfall spricht aber schon von einem möglichst zügigen Verkauf bis Ende des Jahres. Die schwedische Regierung hatte bereits angekündigt, dass die Verkaufsentscheidung nicht vom Parlament, sondern vom Kabinett abgesegnet werden solle – um Diskussionen möglichst zu vermeiden. na


Mehr zum Thema


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Ladow Thomas 02.04.2015, 11:49:05

+187 Gut Antworten

Soweit kommt es noch, Schweden wickelt die Braunkohleindustrie in Deutschland ab, mit welchem Recht?. Jetzt zum Preis, 2 Milliarden Euro sind wohl genug, 10 wurden vom schwedischen Staat eingestrichen. Jetzt wo die Kuh gemolken ist, ab mit ihr auf die Schlachtbank. Ich als Bergmann habe in unserer

Region nur eine Zukunft mit Braunkohle, alles andere ist Augenwischerei.


Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen


energiezukunft