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Energiewende weltweitErneuerbare überflügeln schon bald fossile Energien

Dutzende Windräder in einer Wüstenlandschaft ragen über einer vielspurigen Autobahn auf.
Wie hier in Kalifornien, USA, ist neben der Solarenergie auch die Windkraft weltweit auf dem Vormarsch. (Foto: Nandaro, WikiCommons, CC BY-SA 3.0)   

Die Internationale Energieagentur prognostiziert einen rapiden Zubau von Wind- und Solarenergie in den kommenden Jahren. Kohle und Gas geraten in der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten, während der Markt für Erneuerbare robuster ist als gedacht.

12.11.2020 – Noch im Mai prognostizierte die Internationale Energieagentur (IEA) für 2020 ein Investitionsminus von zehn Prozent für Erneuerbaren Energien gegenüber dem Vorjahr. Und tatsächlich erlebte der Zubau von Wind- und Solarkraft infolge der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr einen Einbruch. Doch insgesamt zeigt sich der Markt für Erneuerbare Energien weltweit robuster als gedacht. Mit dem Ende der weltweiten Lockdowns im Mai und Juni nahm der Zubau wieder Fahrt auf. Die jetzigen Teil-Lockdowns werden dem Erneuerbaren Markt vermutlich wenig anhaben.

Die IEA erwartet 2020 einen Zuwachs Erneuerbarer Kapazitäten von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das sind insgesamt 198 Gigawatt (GW), die dieses Jahr neu installiert werden. Damit tragen regenerative Energieträger 90 Prozent der installierten Stromleistung in diesem Jahr bei. Fossile Energieträger erwiesen sich, wie ebenfalls prognostiziert, als wenig resilient in der Corona-Krise.

Die Corona-Pandemie sorgte für einen geringeren Strombedarf. Vor allem die Industrie verbrauchte weniger Energie, die Größtenteils mit fossilem Strom läuft. Weltweit wurde im ersten Halbjahr 2020 erstmals mehr Kohlekraft abgeschaltet als in Betrieb genommen. Neben dem geringeren Bedarf an Kohlekraft sorgen vor allem in Europa der Emissionshandel und schärfere Regularien dafür, dass Kohle zunehmend unrentabel wird. Zugleich werden Erneuerbare Energien immer günstiger.

Während die Kohleleistung in den kommenden Jahren weiter zurückgehen wird, erwarten die Analysten der IEA für Gas eine weitere Steigerung an Kapazitäten. Jedoch längst nicht in dem Tempo von Wind- und Solarkraft. Ihren Prognosen nach werden sich deren gemeinsame Kapazitäten in den kommenden fünf Jahren verdoppeln. Ende 2023 werden sie demnach die Gas-Kapazitäten weltweit überholt haben, Ende 2024 dann die der Kohle.

Installierte Gesamtleistung verschiedener Energiekapazitäten seit 2010 und prognostiziert bis 2025. Die gestrichelte Linie bei Solar- und Windkraft stellt eine positivere Annahme dar. (Grafik: Carbon Brief Using Highcharts)

In einem positiveren Szenario wird dies sogar noch früher der Fall sein. Immer vorausgesetzt die politischen Bestrebungen weisen weiter in diese Richtung. „Erneuerbare sind resilient gegenüber der Covid-Krise, nicht jedoch gegenüber politischen Unsicherheiten“, sagte der Direktor der IEA Fatih Birol zur Vorstellung der Prognosen im Rahmen des Renewables Report 2020, wie Carbon Brief berichtet. Die guten Ansätze seien aber da, so die IEA und verweist unter anderem auf „Grüne Rettungspakete“ der Europäischen Union und Indien.

Auch wenn das Corona-Hilfspaket der EU in Sachen Klimaschutz Schwächen aufzeigt, so ist es doch deutlich ambitionierter als in vielen anderen Teilen der Welt. Konjunkturpakete in China, Indien oder bislang in den USA tragen wenig zu einer grünen Erholung der Wirtschaft bei, wie eine Analyse im Auftrag des Guardian zeigt.

In den USA könnte sich das mit der Wahl des neuen US-Präsidenten ändern. Joe Biden verspricht in seiner ersten Amtszeit zwei Billionen US-Dollar einzusetzen, um die Vereinigten Staaten auf einen grünen Pfad zu bringen. Um seine ambitionierten Klimapläne durchzusetzen, braucht er aber auch eine Mehrheit im US-amerikanischen Kongress. Diese Entscheidung steht noch aus.

Bis zu 2.638 GW Solar- und Windkraft könnten bis 2025 installiert werden, prognostiziert die IEA. Zwar könnten politische Entscheidungen den Zubau noch abbremsen, im Gegensatz dazu aber auch beschleunigen. Neben den positiven Nachrichten aus den USA, erklärte China Ende September bis 2060 klimaneutral zu werden. Und die Philippinen verkündeten erst kürzlich ein Moratorium für Kohlekraft. mf


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