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Smart Meter: Verbraucherschützer kritisieren Eckpunktepapier

Verbraucherschützer sähen das Eckpunktepapier zu Smart Metern der Regierung gerne umgeschrieben. (Bild: © I-vista/ pixelio.de )
Verbraucherschützer sähen das Eckpunktepapier zu Smart Metern der Regierung gerne umgeschrieben. (Bild: © I-vista/ pixelio.de )

Der Einbau von Smart Metern soll verpflichtend werden. So schreibt es die Europäische Union vor. Das aktuelle Eckpunktepapier der Regierung erntet jedoch Kritik. Es fehle der Zusatznutzen für Verbraucher, so der Verbraucherzentrale Bundesverband.

20.02.2015 – Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hält die jüngst in einem „Eckpunktepapier“ vorgestellten Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums für eine künftige Verordnung zum Thema „Intelligente Netze“ für verbesserungswürdig. Intelligente Stromzähler, sogenannte Smart Meter, können anzeigen, wie viel Strom aktuell verbraucht wird, und Auskunft über Nutzungszeiten und Leistungsbezug geben. „Smart Meter bieten für Verbraucher bislang keinen Zusatznutzen, zum Beispiel in Form von Effizienzgewinnen oder variablen Tarifen. Ansonsten hätte das Wirtschaftsministerium auf einen marktgetriebenen Einbau gesetzt und müsste dies nicht verpflichtend vorschreiben“, so Klaus Müller, Vorstand des VZBZ.

Statt einer Einbaupflicht hätte das Wirtschaftsministerium Müller zufolge erst einmal andere Probleme angehen müssen, wie beispielsweise die Einführung variabler Tarife. Auch die Frage nach der Finanzierung sei nicht vollständig geklärt. „Mit Kostenobergrenzen versucht das Wirtschaftsministerium, die finanzielle Belastung für Verbraucher zu deckeln. Es darf allerdings nicht passieren, dass Netzbetreiber sich zusätzliche Kosten über die Netzentgelte zurückholen. Dann würden Verbraucher doppelt zur Kasse gebeten“, warnt der VZBZ-Vorstand. Darüber hinaus fordert er effektiven Datenschutz „Smart Meter können sehr viel über die Gewohnheiten der Haushalte verraten. Diese Daten zu schützen und deren Kontrolle durch Verbraucher zu gewährleisten, muss daher oberste Priorität haben“, so Müller.

Intelligente Stromzähler können ein gutes Instrument darstellen, den eigenen Stromverbrauch zu visualisieren und Ineffizienzen im Energieverbrauch abzubauen. Die Europäische Union hat deswegen in ihrem dritten Binnenmarktpaket festgeschrieben, dass 80 Prozent der europäischen Haushalte bis 2022 mit einem intelligenten Stromzähler ausgestattet werden sollen - sofern es wirtschaftlich ist. Über Sinn und Wirtschaftlichkeit wird in Berlin seit Sommer 2013 diskutiert, jetzt liegt ein Eckpunktepapier für Umfang und Durchführung des Einbaus vor („Rollout“).

Dieses sieht einen Pflichteinbau intelligenter Messsysteme für alle Haushalte mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr vor sowie für alle Besitzer mit Erneuerbare-Energien-Anlagen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit einer Kapazität von mehr als sieben Kilowatt. Dafür sollen nicht mehr als 100 Euro pro Jahr bezahlt werden. Alle Haushalte mit einem Verbrauch von unter 6.000 kWh sollen für unter 20 Euro jährlich einen sogenannten intelligenten Zähler bekommen. Für die Bereiche Neubau und Sanierung ist der Einbau von Smart Metern nicht verpflichtend vorgesehen, ebenso wenig für Besitzer von Erneuerbare-Energien-Anlagen unter sieben Kilowatt. rr


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