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720.000 Menschen demonstrieren weltweit für Klimaschutz

In Berlin kamen am Sonntag 17.000 Menschen zusammen, um für ein verbindliches Klimaabkommen in Paris zu demonstrieren. (Foto: Pursche / Grodotzki / Neugebauer / Campact)
In Berlin kamen am Sonntag 17.000 Menschen zusammen, um für ein verbindliches Klimaabkommen in Paris zu demonstrieren. (Foto: Pursche / Grodotzki / Neugebauer / Campact)

Im Vorfeld des UN-Klimagipfels in Paris haben am Wochenende 720.000 Menschen auf 2.300 Veranstaltungen in 175 Ländern für ein verbindliches Klimaabkommen demonstriert. In Paris fand eine Schuhparade statt, in Berlin waren 17.000 Bürger unterwegs.

30.11.2015 – Trotz der Kälte kamen am Sonntag bis zu 17.000 Menschen am Berliner Hauptbahnhof zum Klimamarsch zusammen. Der Demonstrationszug, organisiert u.a. vom Kampagnen-Netzwerk für Bürgerstimmen Avaaz, Oxfam, der Klima-Allianz, Campact, Greenpeace und dem NABU, zog am Wirtschaftsministerium von Sigmar Gabriel (SPD) und einem Vattenfall-Gebäude vorbei. Sie forderten lautstark, die Energiewende konsequent voranzubringen und den Kohleausstieg einzuleiten.

Genau dies hatte Gabriels Parteifreundin und Umweltministerin Barbara Hendricks erst in der vergangenen Woche gefordert. Umweltschützer und Klimaexperten verlangten zudem, Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse heute bei ihrer Rede zum Auftakt der UN-Klimakonferenz in Paris einen deutschen Kohleausstieg ankündigen. Ein Kohleausstieg sei unabdingbar, um die deutschen Klimaziele zu erreichen, zu diesem Ergebnis kommt auch eine neue Studie im Auftrag der Denkfabrik Agora Energiewende. „Um die deutschen Klimaschutzziele für 2030 und  2040 zu erreichen, muss die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken bis 2030 um 60 Prozent und bis 2040 fast vollständig reduziert werden“, so die Experten am Montag bei der Vorstellung der Ergebnisse.

In Paris demonstrieren Schuhe statt Menschen

Vom heute beginnenden Klimagipfel wird nichts anderes als ein verbindlicher Fahrplan zur Bekämpfung des Klimawandels erwartet. Alle wichtigen Staats- und Regierungschefs werden zu den Verhandlungen erwartet, die französische Regierung hatte bereits im Vorfeld gemeinsam mit vielen anderen Staaten am Entwurf der Abschlusserklärung gearbeitet. Doch für eine ambitionierte und gerechte Einigung  müssen alle Länder der Erde ehrgeizige Ziele vorgeben und auch umsetzen. Nach den gescheiterten Klimaverhandlungen der vergangenen Jahre und insbesondere in Kopenhagen 2009, schauen viele Klimaexperten skeptisch nach Paris.

Umso wichtiger ist es, dass die Bürger und Menschen auf die Straßen gehen und Hundertausende von ihren Volksvertretern starke Signale einfordern. Auch wenn die große Klimademonstration in Paris aufgrund der Terrorattacken abgesagt wurde und die Polizei die Proteste mit Gewalt unterdrückte, zeigten auch dort die Menschen ihre Meinung. Mit einer Schuhparade demonstrierten u.a. auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Papst Franziskus, die Schuhe nach Paris schickten. Die Schuhe standen repräsentativ für deren Besitzer, die aufgrund des Demonstrationsverbots nicht auf die Straße durften. cw


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