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Pariser Gipfel verhandelt Klimarisiken im Finanzsektor

Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs sowie gut tausend Teilnehmer folgen der Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Paris. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target="_blank">CC0 1.0</a>)
Mehr als 50 Staats- und Regierungschefs sowie gut tausend Teilnehmer folgen der Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Paris. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Genau zwei Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen treffen sich erneut Regierungschefs in Paris. Sie beraten mit der Weltbank über die Gefahren von klimaschädlichen Investitionen für die Finanzmärkte und was Banken für den Klimaschutz tun können.

12.12.2017 – Frankreichs neuer Präsident lässt nicht locker. Erst einen Monat nach dem UN-Klimagipfel in Bonn holt Emmanuel Macron gut 50 Staats- und Regierungschefs und tausend Teilnehmer nach Paris um über Finanzwelt und Klimaschutz zu diskutieren. Deshalb sind sowohl die Weltbank als auch die Vereinten Nationen mit an Bord. Das Hauptaugenmerk soll darauf liegen, wie der öffentliche und private Finanzsektor zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen und wie Gelder für besonders verletzliche Staaten mobilisiert werden können. Ein wichtiges Thema sind außerdem die Klimarisiken an den Finanzmärkten.

Falsche Investitionen

Denn wenn die Welt das Pariser Klimaabkommen einhalten will und Staaten in den kommenden Jahren scharfe Gesetze verabschieden, wird es für fossile Konzerne und Banken ums Überleben gehen. Große Summen an Investitionen liegen in Öl-, Gas- und Kohleprojekten und fließen noch immer dorthin. Greifen die Klimaschutzgesetze, dürften die Investitionen verbranntes Geld sein und den gesamten Finanzsektor und die Weltwirtschaft bedrohen.

Bereits heute verbrennen über die Hälfte aller Kohlekraftwerke in Europa nicht nur Kohle, sondern auch Geld. Ein erst kürzlich erschienener Report der NGO Carbon Tracker zeigt: 54 Prozent der Kohlekraftwerke in der EU schreiben Verluste, bis 2030 werden es sogar 97 Prozent sein. Ein großes wirtschaftliches Risiko für die Betreiber der Kraftwerke und deren Investoren. Dennoch planen nur wenige Betreiber die Schließung der unrentablen Kraftwerke bis 2030. Würden alle Kohlekraftwerke in der EU geschlossen, könnten Verluste von 22 Milliarden Euro vermieden werden, so die Berechnung der NGO.

100 Billionen US-Dollar Risiko

Die US-Bank Citigroup hatte bereits 2015 den Wert klimaschädlicher Geldanlagen auf 100 Billionen US-Dollar beziffert. Eine gigantische Kohlenstoffblase, die entweder platzen und ungeahnte Auswirkungen nach sich ziehen wird oder die umgeschichtet werden muss. Wie diese gewaltige Summe in risikoärmere Anlagen transferiert werden kann, ist unklar. Eine Arbeitsgruppe der G20 hat immerhin Empfehlungen zur besseren Dokumentation dieser Klimarisiken erarbeitet.

Der Umweltverband WWF begrüßte den Klimagipfel zu Finanzfragen in Paris. Da nun die Weltbank mit am Tisch sitze, müsse „endlich Bewegung in das Finanzsystem kommen: zum einen durch mehr Transparenz von klimabezogenen Risiken, zum anderen aber auch durch die konsequente Ausrichtung des Finanzsystems und aller Finanzströme am Ziel von Paris“, erklärte WWF-Klimaexperte Michael Schäfer. cw


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