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Wegen Erdbeben: Niederlande muss Gasförderung drosseln

In der nordöstlichen Region Groningen wird seit den 1960er Jahren Erdgas gefördert. Dabei kommt es seit den 1990er Jahren vermehrt zu Erdbeben, die immer stärker werden. Nun hat das höchste Gericht der Niederlande eine Begrenzung der Förderung verhä
In der nordöstlichen Region Groningen wird seit den 1960er Jahren Erdgas gefördert. Dabei kommt es seit den 1990er Jahren vermehrt zu Erdbeben, die immer stärker werden. Nun hat das höchste Gericht der Niederlande eine Begrenzung der Förderung verhängt. (Foto: Bjoertvedt, wikimedia.commons, CC BY-SA 4.0)

Die Niederlande müssen in ihrer nördlichsten Provinz Groningen die Erdgasproduktion drosseln. Das entschied das höchste Gericht der Niederlande. Grund ist die hohe Erdbebengefahr, zahlreiche Beben und Klagen der Bürger und Kommunen zeigen Wirkung.

21.11.2015 – In den kommenden zwölf Monaten dürfen maximal 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert werden, entschied der Hohe Rat am Mittwoch in Den Haag. Das Gericht urteilte aufgrund zahlreicher Erdbeben, die teils erhebliche Schäden an Gebäuden der Region zur Folge hatten. Kommunen, Verbände und Anwohner der nordöstlichen Provinz an der Grenze zu Niedersachsen hatten mehrere Klagen angestrengt.

In den 1960er Jahren wurde ein riesiges Gasfeld unter Groningen entdeckt, die Gasförderung nahm im Laufe der Jahre weiter zu. Von den vermuteten 2.800 Milliarden Kubikmeter Erdgas wurden mittlerweile ca. 2.000 gefördert. Für den Rest muss immer tiefer im Boden gebohrt werden, nun ist man bei etwa drei Kilometern Tiefe angelangt. Doch die Gasförderung verursacht seit Anfang der 1990er Jahre Erdbeben und senkt den Boden kontinuierlich ab. 2012 bebte die Erde in Huizingen mit einer Stärke von 3,6 und brachte das Thema verstärkt ins Gedächtnis. Mittlerweile gehen Studien davon aus, dass die Gasförderung Erdbeben mit einer Stärke von 5 in der Region auslösen könnte.

170.000 Gebäude müssen verstärkt werden

Den Menschen vor Ort kommen mittlerweile höhere staatliche Stellen zu Hilfe. Ein Bericht des Nationalen Sicherheitsrates der Niederlande kam zu dem Schluss, dass bislang alle Institutionen die tatsächlichen Gefahren durch die Gasförderung ignoriert hätten. In der Gemeinde Loppersum an der deutschen Grenze wurde bereits im April die Förderung vorläufig verboten. Studien zeigen, dass etwa 170.000 Gebäude in Groningen baulich verstärkt werden müssen, die Kosten würden bei 30 Milliarden Euro liegen. Ob sich dann die Gasförderung überhaupt noch lohnt, bleibt fraglich.

Ohnehin ist in den Niederlanden eine heftige Debatte entbrannt, ob die Gasfelder in Groningen überhaupt noch unter sicheren Bedingungen ausgebeutet werden können. Das Wirtschaftsministerium hatte angeordnet, die Produktion 2015 auf 33 Milliarden Kubikmeter zu drosseln, um größere Erdbeben zu unterbinden – eine Reduzierung der Fördermenge um 40 Prozent gegenüber 2013. Geholfen hat es nichts, am 30. September bebte die Erde in Hellum mit einer Stärke von 3,1. Ob auch eine vollständige Einstellung der Gasförderung direkt helfen würde, bezweifeln Geologen mittlerweile. Sie gehen davon aus, dass durch die Gasförderung der Untergrund so verändert wurde, dass die unter Spannung stehenden Gesteinsschichten jederzeit die Erde beben lassen können. cw


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Kommentare

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Scheibe 21.11.2015, 12:38:17

+317 Gut Antworten

Bohrungen sofort einstellen,damit hat man eine Chance das die Erdbeben nicht noch schneller stärker werden.Und die Betreiberfirma hat alles zutun um den Orginalzustand von vor Beginn der Bohrungen soweit wie möglich wieder herzustellen.

Zumindest muß diese für alle verursachten Schäden aufkommen.

Scheibe 21.11.2015, 12:38:28

+297 Gut Antworten

Bohrungen sofort einstellen,damit hat man eine Chance das die Erdbeben nicht noch schneller stärker werden.Und die Betreiberfirma hat alles zutun um den Orginalzustand von vor Beginn der Bohrungen soweit wie möglich wieder herzustellen.

Zumindest muß diese für alle verursachten Schäden aufkommen.


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