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Indonesien ist Weltmeister im Regenwald abholzen

In Indonesien werden jährlich hunderttausende Hektar Regenwald gerodet, um Palmölplantagen anzulegen wie hier in West Kalimantan auf der Insel Borneo. 2012 wurden so 840.000 ha Urwald vernichtet. (Foto: Wakx, flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0)
In Indonesien werden jährlich hunderttausende Hektar Regenwald gerodet, um Palmölplantagen anzulegen wie hier in West Kalimantan auf der Insel Borneo. 2012 wurden so 840.000 ha Urwald vernichtet. (Foto: Wakx, flickr.com, CC BY-NC-SA 2.0)

Kein Land der Welt holzt mehr Wald ab als Indonesien – die Rodung des Regenwaldes schreitet massiv voran, allein 2012 waren es 840.000 Hektar. Der Großteil der Flächen wird in Palmölplantagen verwandelt, Tiere und Pflanzen werden ausgerottet.

03.07.2014 – Indonesien ist weltweit führend, allerdings in einer traurigen Kategorie. Kein anderes Land der Welt rodet so viel Regenwald wie der südostasiatische Staat. Allein 2012 waren es 840.000 Hektar (ha), fast doppelt so viel wie der Zweitplatzierte Brasilien mit 460.000 ha. In zwölf Jahren hat Indonesien eine Waldfläche verloren, die größer als Kroatien ist. Das ist das Ergebnis einer Studie der University of Maryland, für die die weltweite Entwaldung anhand von Satellitenbildern analysiert wurde.

Die Entwicklung in Brasilien ist erfreulicher, wenn auch nicht befriedigend. Denn in dem südamerikanischen Land ging die jährlich abgeholzte Fläche in den vergangenen zehn Jahren um 80 Prozent zurück. Doch auch hier ging 2012 mit 460.000 ha eine Fläche verloren, die ungefähr der zweifachen Größe des Saarlands entspricht. In Indonesien nimmt dagegen die gerodete Fläche pro Jahr noch einmal um 5.000 ha zu.

Nashörner und Orang-Utans werden ausgerottet

Indonesien steigt damit auch zu den größten CO2-Emittenten weltweit auf und liegt nach China und den USA auf Platz drei. Denn die Regenwaldrodung verursacht enorme Mengen Kohlendioxid, die der Wald im intakten Zustand bindet. Die großflächige Entwaldung ist nicht nur Teil des Klimawandels, er führt auch zur Ausrottung vieler Tier- und Pflanzenarten. Noch beherbergen die indonesischen Inseln ca. zwölf Prozent aller Säugetierarten und zehn bzw. 17 Prozent aller Pflanzen- und Vogelarten. Viele Tiere, unter ihnen Orang-Utans, Elefanten und Sumatra-Nashörner, gelten als akut gefährdet und kämpfen ums Überleben.

Seit 2011 sollte eigentlich ein Moratorium für die Rodung des Regenwaldes in Indonesien gelten, doch daran hält sich offenbar niemand. Es sind laut der Studie insbesondere große Agro-Konzerne, die illegal riesige Waldflächen abholzen um dort Palmöl und Soja anzubauen. Besonders Palmöl erlebt derzeit eine groß wachsende Nachfrage, mittlerweile ist es das am meisten verwendete Pflanzenöl der Welt. Ob in Kosmetikprodukten, Waschmittel, Kerzen, Margarine, Keksen oder in den meisten Fertigprodukten – überall ist Palmöl ein wichtiger Bestandteil. Denn es ist billiger und einfacher in der Handhabung als Sonnenblumen-, Soja- oder Rapsöl. 2011 wurden weltweit 54 Millonen Tonnen Palmöl hergestellt.

Lebensmittelkonzerne unter Druck

Aufgrund der starken Nachfrage will Indonesien den Anbau sogar massiv ausbauen, von zehn Millionen auf 26 Millionen ha bis 2025. Dabei fordern Umweltorganisationen seit Jahren einen Stopp der Regenwaldrodungen und eine umweltverträgliche und nachhaltige Palmöl-Herstellung, doch die Zertifizierung von nachhaltigem Palmöl ist umstritten.

Die Autoren der Studie fordern bessere staatliche Kontrollen und eine Stärkung und Reorganisation der indonesischen Forstbehörde. Ebenso notwendig dürfte der öffentliche Druck auf große Lebensmittelkonzerne sein. Umweltorganisationen wie Greenpeace setzen schon seit längerem Lebensmittelkonzerne unter Druck, auch die Verbraucher müssen nun Palmölfreie Produkte verlangen. cw


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